Brandenburg ist das Kerngebiet der östlichen Gottesanbeterin-Population in Deutschland. Seit dem Erstnachweis 2007 hat sich die Art in der Südhälfte des Bundeslandes fest etabliert. Das Citizen-Science-Projekt „Gottesanbeterin gesucht!" des Naturkundemuseums Potsdam und der Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg sammelt seit November 2016 Fundmeldungen aus der Region.
Verbreitung in Brandenburg
Die Gottesanbeterin ist heute in der südlichen Hälfte Brandenburgs weit verbreitet. Schwerpunkte liegen in den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster. Aus den nördlichen Landkreisen liegen erst seit wenigen Jahren vereinzelte Meldungen vor. Die Art dehnt ihr Verbreitungsgebiet stetig nordwärts aus, wobei warme Sommer und milde Winter die Ausbreitung begünstigen.
Geschichte der Ausbreitung
Der erste gesicherte Nachweis von Mantis religiosa in Brandenburg stammt aus dem Jahr 2007 (Landeck et al. 2013). Die Tiere gelangten vermutlich über Sachsen aus Populationen in Tschechien und der Slowakei in die Region. In den Folgejahren häuften sich Funde vor allem in der Niederlausitz, wo Bergbaufolgelandschaften mit ihren offenen, sandigen Böden und der starken Sonneneinstrahlung ideale Bedingungen bieten. Seit 2016 dokumentiert das Projekt „Gottesanbeterin gesucht!" die weitere Ausbreitung systematisch mit Hilfe von Bürgerwissenschaftlern.
Lebensräume in Brandenburg
In Brandenburg besiedelt die Gottesanbeterin vor allem trockenwarme Habitate: Trockenrasen, sandige Brachflächen, ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften. Gerade die offenen Landschaften der Lausitz bieten mit ihren mageren Böden und der geringen Vegetationsdichte gute Bedingungen. Aber auch strukturreiche Gärten, Kleingärten und sonnige Weg- und Straßenränder werden besiedelt. Die Art meidet dichte Wälder und stark beschattete Standorte.
So erkennen Sie die Gottesanbeterin
Die Europäische Gottesanbeterin wird 5 bis 7 cm groß und ist grün bis bräunlich gefärbt. Auffälligstes Merkmal sind die zu Fangbeinen umgebildeten Vorderbeine, die in Ruhestellung an zum Gebet gefaltete Hände erinnern. Der dreieckige Kopf mit den großen Facettenaugen ist auffallend beweglich. Verwechslungsgefahr besteht mit Heuschrecken, doch die Fangbeine und der bewegliche Kopf unterscheiden die Gottesanbeterin eindeutig. Im Zweifelsfall hilft unser Bestimmungsschlüssel weiter.
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Haben Sie eine Gottesanbeterin in Brandenburg entdeckt? Jede Meldung ist wertvoll für die Erforschung der Ausbreitung. Fotografieren Sie das Tier wenn möglich und nutzen Sie unser Meldeformular. Auch Ootheken (Eigelege) sind wichtige Funde, besonders im Herbst und Winter.
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